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Dr. Richard Bräucker

Glossar

Glossar Deutsch:
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die durch grüne Links auf einigen Seiten markierten Begriffe werden hier erklärt
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Ciliaten: Einzellige Lebewesen (Größe 0,04 - 2 mm), die sich mit Hilfe zahlreicher Cilien ("wimpern") fortbewegen.

Versuche unter erhöhter Schwerkraft werden mit Hilfe einer von der Arbeitsgruppe entwickelten und in den Werkstätten der Fakultät für Biologie gebauten Zentrifuge für Ciliaten (CECILIA) durchgeführt. CECILIA erreicht Beschleunigungen von bis zu 16g.

Versuche unter Schwerelosigkeitwurden im Fallturm ZARM an der Universität Bremen und im Japanischen Zentrum für Mikrogravitationsforschung (JAMIC) durchgeführt.

Gravitaxis: Reaktion eines Organismus auf den Schwerereiz. Die Gravitaxis bewirkt eine gerichtete Bewegung des Organismus entweder von der Reizquelle fort (negative G.) oder zur Reizquelle hin (positive G.). In älteren Publikationen wird der Begriff Geotaxis (Reaktion auf die Richtung des Schwerkraftvektors der Erde) verwendet.

Gravikinese: Veränderung der Fortbewegungsgeschwindigkeit eines Organismus in Abhängigkeit von seiner Orientierung zum Schwerevektor. Ciliaten regulieren ihre Lokomotionsgeschwindigkeit in der Weise, daß die Sedimentationsrate (tendenziell) neutralisiert wird (negative Gravikinese). Dies geschieht durch eine aktiv erhöhte Aufwärtsbewegung und eine aktiv herabgesetzte Abwärtsbewegung.

Herzfrequenzkonditionierung: Methode der Klassischen Konditionierung (nach Pawlow), bei der die Änderung der Herzfrequenz eines Versuchstieres als Reaktion ausgewertet wird.

Als Versuchszellen wurden Paramecium caudatum, Paramecium tetraurelia, Loxodes striatus, Didinium nasutum, Tetrahymena pyriformis und Bursaria truncatellaverwendet. Bei allen Zellen wurden sowohl Gravitaxis als auch Gravikinesen nachgewiesen.

Phototaxis: Reaktion von Organismen auf Lichtreize.

nicht parametrische Statistik: statistische Verfahren, die keine Normalverteilung der Daten voraussetzen. (Für die meisten unserer Meßdaten von Schwimmgeschwindigkeiten ist eine Normalverteilung nicht nachweisbar.) Die Meßwerte werden in Rangwerte umgeformt, die dann weiter analysiert werden. Beispiele sind der Median mit seinen Konfidenzbereichen, der U-test nach Mann-Withney oder der Rangkorrelationstest nach Spearman.

Sedimentationsgeschwindigkeit: die Geschwindigkeit, mit der unbewegliche Zellen (ihre Dichte ist größer als die des Wassers) nach unten sinken. Die Sedimentationsgeschwindigkeit wird an Zellen gemessen, die durch die Einwirkung von Ni2+ oder Mn2+ immobilisiert wurden.

Mechanorezeptorkanäle: Ionenkanäle in der Zellmembran, die auf mechanische Reize (Zug, Druck...) mit der Änderung ihres Leitwertes für bestimmte Ionen reagieren.

Hyperpolarisation: Veränderung des (negativen) Membranpotentials in negativer Richtung: Der Betrag des Membranpotentials wird größer. Hyperpolarisationen werden in der Regel durch eine Vergrößerung des K-Leitwertes der Zellmembran bewirkt.

Depolarisation: Veränderung des (negativen) Membranpotentials in positive Richtung: Der Betrag des Membranpotentials wird kleiner. Depolarisationen werden in der Regel durch eine Vergrößerung des Ca-Leitwertes der Zellmembran bewirkt.

Elektromotorische Kopplung. Zusammenhang zwischen Membranpotential und Bewegungsverhalten von Ciliaten aufgrund der Änderung von Cilienschlagfrequenz und Cilienschlagrichtung. Eine Hyperpolarisierte Zelle schwimmt auf einer engen Schwimmbahn schneller vorwärts. Mit zunehmender Depolarisation nimmt die Vorwärts-Schwimmgeschwindigkeit der Zelle ab und geht nach einem Bereich des Stillstandes in eine Rückwärtsbewegung über.

Erweiterung der Statocystenhypothese von Lyon (1905) durch Machemer (1988)

die Abbildung zeigt eine aufwärts schwimmende Zelle

 

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Last update: 28.12.2003