Bräucker, R (1981): Versuche zum Unterscheidungslernen rhythmisch strukturierter akustischer Signale bei Tauben. Staatsexamensarbeit, Ruhr-Universität Bochum

Zusammenfassung

Mit der Methode der Herzfrequenzkonditionierung wurde das Unterscheidungslernen von insgesamt elf Haustauben (Columba livia domestica L., Rasse "brieftaube") untersucht. Als akustische Reize dienten Kunstsignale (Grundfrequenz 1 kHz), die durch unterschiedliche Pausen variiert wurden.

Die statistische Auswertung wurde mit Hilfe des t-Tests nach Student durchgeführt. Die Signifikanzschwelle wurde bei einer einseitigen Irrtumswahrscheinlichkeit a von 2,5 . 10-2 angenommen.

In den ersten Serien des Experimentes 1 wurde die Position einer Pause innerhalb eines 0,5 s andauernden Sinustones verändert. Von keinem der drei Versuchstiere konnte ein Unterscheidungslernen mit ausreichender statistischer Sicherheit angenommen werden.

Nach Veränderungen des Auswertungsverfahrens wurde in der letzten Serie des Experimentes 1 ein 0,5 s andauernder Sinuston gegen einen durch vier 50 ms dauernde Pausen in fünf gleichlange Teile von je 50 ms gegliederten Sinuston getestet. Beide Versuchstiere waren nach drei Sitzungen in der Lage, diese Signale zu unterscheiden.

Die Signale des 2. Experimentes wurden durch Verkürzen der Dauer einer Pause systematisch verändert. Als Zeitdifferenz delta-t wurde der Unterschied der Pausendauer innerhalb der zu unterscheidenden Signale definiert.

Mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 2,5 . 10-2 konnte festgestellt werden, daß drei Versuchstiere die vorgespielten Signale unterschieden, wenn delta-t >= 100 ms. war.

Eines dieser Versuchstiere unterschied Signale voneinander, deren Zeitdifferenz 25 ms betrug. Eine vierte Taube zeigte im 2. Experiment kein Unterscheidungslernen.

Im 3. Experiment wurde, ähnlich wie in Experiment 1, die Position einer Pause innerhalb eines 0,5 s andauernden Sinustones verändert.

Ein Unterscheidungslernen der drei Versuchstiere konnte mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 2,5 x10-2 nur in einzelnen Sitzungen nachgewiesen werden.

In einem zusätzlichen Experiment wurde das Unterscheidungsvermögen einiger Versuchspersonen zwischen den Signalen des 2. Experimentes untersucht. Das Vorliegen einer Unterscheidung wurde angenommen, wenn der Anteil richtiger Reaktion (Betätigen eines Schalters) >= 70 % betrug.

Sechs von zehn Versuchspersonen unterschieden Signale, deren Zeitdifferenz 50 ms betrug. Die übrigen zeigten schlechtere Ergebnisse.

 


 

Bräucker, R (1981): Experiments in discrimination learning for rhythmical structured acoustical signals in pigeon. Thesis, Ruhr-Universität Bochum 

Summary

The discrimination learning of eleven pigeons (Columba livia domestica L.) was investigated using an approach of heart rate conditioning. Acoustic stimuli were sinusoidal signals (frequency 1 kHz) which were varied by the insertion of temporal gaps.

Statistical analysis was done using Student´s t-test. The limit of significance was set at an error probability of 2.5 x 10-2.

In a first series of experiments the position of a gap within a sinusoidal tone of 0.5 s duration was shifted. A discrimination learning could not be assured in any of three pigeons. 

After changes in the experimental procedure, a sinusoidal tone of 0.5 s duration was tested against a tone which was interrupted equally by 4 gaps of 50 ms duration each. Both tested animals were able to discriminate these signals after three training sessions.

In a second experiment the acoustical signals were modifies systematically by shortening of a gap. Delta-t was defined the time difference of the gap length.

Three pigeons were able to discriminate to signals if delta-t was >= 100 ms. One of these animals was able to discriminate acoustical signals with delta-t = 25 ms. A forth pigeon, however, did not learn this task at all.

In a third experiment, the position of a gap was moved within a 0.5 s sinusoidal tone (similar to experiment 1).

Discrimination learning in the three pigeons tested could be secured statistically only in part of the conditioning session. 

for comparison, the discrimination learning of humans was tested. Discrimination of the acoustical signals was assumed, if the proportion of correct reactions (pressing a button) was larger than 70%.

Six out of ten persons were able to discriminate sinusoidal signals with delta-t = 50 ms. The others attained worse results.